„Wie fühlt es sich an, im eigenen Land nicht erwünscht zu sein?" – Zeitzeugenbegegnung in der Klassenstufe 10

  • K. Kowarik
„Wie fühlt es sich an, im eigenen Land nicht erwünscht zu sein?" – Zeitzeugenbegegnung in der Klassenstufe 10

Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 10 trafen am 28. Mai 2026 Geralf Pochop – einen Zeitzeugen, der als junger Punk in der DDR den Preis für Anderssein am eigenen Leib erfahren hat.

Geschichte ist keine abstrakte Abfolge von Jahreszahlen – das wurde den Zehntklässlerinnen und Zehntklässlern des Herder-Gymnasiums bei einer besonderen Begegnung am 28. Mai 2026 eindrücklich bewusst. Zu Gast war Geralf Pochop, der als Jugendlicher in der SED-Diktatur mit Punk-Musik Widerstand gegen das sozialistische System leistete und damit ins Visier des Ministeriums für Staatssicherheit geriet.

In seinem Zeitzeugenbericht schilderte er, wie der Schatten der Stasi seinen Alltag durchdrang: der permanente Druck, Freunde zu verraten, die Willkür der SED-Justiz und schließlich der Verlust der eigenen Freiheit – als Konsequenz dafür, dass er als junger Mensch einfach frei sein wollte. Seine Erzählung machte greifbar, was es bedeutete, in einem Staat zu leben, in dem das offene Aussprechen der eigenen Meinung mit Haft bestraft werden konnte.

Der Austausch hinterließ sichtbaren Eindruck. Wenn Geschichte nicht aus dem Lehrbuch, sondern aus dem Mund eines Menschen kommt, der sie selbst erlebt hat, bekommt sie ein Gesicht – und eine ganz andere Schwere.

Wir danken Frau Kuhnt herzlich für die Organisation dieses wertvollen und bewegenden Gesprächs.