Es geht nicht darum, die Zukunft vorauszusagen. Es geht darum, sie zu schaffen.
Johann Gottfried Herder
Das Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium knüpft an die große Tradition Schneebergs als Ort der höheren Schulbildung an. Unser Gymnasium ist aus der im 16. Jh. eingerichteten Lateinschule und aus dem 1888 eröffneten Gymnasium hervorgegangen. Es befindet sich seit 1992 im repräsentativen Gebäude des ehemaligen Königlich-Sächsischen Lehrerseminars, das 1875 eröffnet wurde.
Am Herder-Gymnasium stehen Lehren und Lernen im Mittelpunkt der Anstrengungen. Der Kern schulischer Bildung ist selbstverständlich der Unterricht. Er hat zum Ziel, fachliche, methodische und soziale Kompetenzen zu vermitteln, die es den jungen Menschen ermöglichen, sich sowohl im beruflichen als auch im politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben zu bewähren.
Besonders in der Orientierungsstufe legt unser Gymnasium großen Wert auf die Vermittlung von Methodenkompetenz, denn nur mit dieser ist es den Schülerinnen und Schülern möglich, den schnellen Wissenszuwachs strukturiert zu verarbeiten, ihn zu beherrschen, zu speichern und selbstständig kreativ zu nutzen. Das Fach „Lernen lernen“ wird in den Klassenstufen 5 – 6 und 9 – 10 unterrichtet.
MINT-Bildung besitzt am Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium einen besonderen Stellenwert und eröffnet unseren Schülerinnen und Schülern Zugänge zu zentralen Fragen unserer Zeit. Deshalb fördern wir im MINT-Bereich nicht nur fachliches Wissen, sondern ebenso problemlösendes Denken, experimentelles Arbeiten, Kreativität, Teamfähigkeit und die Bereitschaft, eigene Lösungswege kritisch zu prüfen und weiterzuentwickeln. Auf diese Weise leistet MINT-Bildung einen wesentlichen Beitrag zur vertieften Allgemeinbildung, zur Wissenschaftspropädeutik und zur Vorbereitung auf Studium, Beruf und gesellschaftliche Verantwortung.
Die Kolleginnen und Kollegen, die am Herder-Gymnasium in den Unterricht des naturwissenschaftlichen Profils eingebunden sind, haben mit großem Engagement die Möglichkeit genutzt, für den Profilunterricht in den Klassenstufen 8 bis 10 einen eigenen Lehrplan zu entwickeln. Dieser ist auf forschendes und projektorientiertes MINT-Lernen im Kontext einer Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgerichtet. In der Sekundarstufe II wird dieser Ansatz durch den Wahlgrundkurs Bionik fortgeführt. Dort setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit biologischen Vorbildern auseinander, untersuchen deren Funktionsprinzipien und übertragen diese auf technische Fragestellungen. Damit verbindet der Kurs naturwissenschaftliches Verstehen mit kreativem Problemlösen, technischer Anwendung und interdisziplinärem Denken.
Unseren Schülerinnen und Schülern sowie unseren Absolventen soll es gelingen, sich in einer globalisierten Welt auch sprachlich gut ausgebildet zu bewegen. Für jede neue Klassenstufe bieten wir an, eine Klasse zu bilden, die in bilingualen Modulen in der Fremdsprache Englisch unterrichtet wird. Des Weiteren finden im Rahmen des außerunterrichtlichen Angebots Vorbereitungskurse zum Ablegen des DELF-Zertifikats (Französisch) statt. Spanisch als dritte moderne Fremdsprache erweitert den Fächerkanon.
„Soziale Diakonie“ zeichnet sich dadurch aus, dass in diesem Fach ein sehr hoher Anteil des vermittelten Wissens in der Praxis unter Beweis zu stellen ist. Die Schülerinnen und Schüler, die diesen Wahlgrundkurs in der Sekundarstufe II wählen, arbeiten u. a. in sozialen Einrichtungen unseres Einzugsgebietes.
Unser Gymnasium hat somit nicht nur das Ziel, die allgemeine Studierfähigkeit seiner Absolventen herzustellen, sondern es bereitet die Schülerinnen und Schüler darauf vor, “selbstbestimmt zu leben, sich selbst zu verwirklichen und in sozialer Verantwortung zu handeln.“1
(1) Aus den Bildungs- und Erziehungszielen des Landes Sachsen
Um dieses Ziel zu erreichen, kann unser Herder–Gymnasium natürlich nicht nur Lern-, sondern es muss auch Lebensraum für uns alle sein. Jeder soll sich hier jeden Tag in freundlicher Atmosphäre willkommen fühlen. Wir fördern Mitmenschlichkeit und Toleranz, Wertschätzung und rücksichtsvollen Umgang miteinander, wir fördern das Vereinbaren und Einhalten gemeinsamer Regeln sowie den schonenden Umgang mit Dingen und Einrichtungen. Transparenz der Entscheidungen und Gerechtigkeit tragen wesentlich zu einem guten Schulklima bei.
Die Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler unseres Gymnasiums bekennen sich zu ihrer sozialen Verantwortung über den Rahmen der Schule hinaus. Initiativen wie „Wie helfen krebskranken Kindern“, unser von vielen Schneeberger Bildungseinrichtungen unterstützter Spendenlauf, der Wahlgrundkurs „Soziale Diakonie“, die jährlich wiederkehrende Teilnahme an der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“, Spendenaktionen zugunsten der Opfer von Kriegen und Naturkatastrophen oder auch unser Engagement zum „Sozialen Tag“ belegen dies.
Eine umfassende, systematische und abgestimmte Berufs- und Studienorientierung ist uns ebenfalls wichtig. Unsere anspruchsvolle inhaltliche Konzeption wird dabei fortlaufend überprüft und den jeweiligen Anforderungen angepasst. Eine ihrer wichtigsten Säulen stellt die enge Kooperation mit Hochschulen, Universitäten, Berufsakademien, medizinischen Versorgungseinrichtungen und der regionalen Wirtschaft dar. Mehr als 30 Partner haben sich bis zum jetzigen Zeitpunkt bereit- erklärt, mit unserem Gymnasium kontinuierlich und zielführend zusammenzuarbeiten.
Das Herder-Gymnasium ist ein Ort der Begegnung und der Kommunikation, es ist trotz seiner langen Tradition modern und lebendig und es ist ein Stück Heimat.
A. Elle
Schulleiterin
Unsere Ziele
136 Jahre Gymnasium in Schneeberg
Wir sind ein modernes Gymnasium mit Tradition.
- Der gesamte Mensch steht im Mittelpunkt unserer Bemühungen.
Lehrende und Lernende schätzen einander, lernen voneinander, arbeiten in gemeinsamer Verantwortung, gehen freundlich und respektvoll miteinander um. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen Würde und Freiheit und die Übernahme von Verantwortung erleben können. Dafür schaffen wir ein Klima der Achtung und die Möglichkeit der Entfaltung individueller Potenziale.
- Ziel des Bildungsprozesses ist die Entwicklung der Schülerpersönlichkeit.
Bildungs- und Erziehungsziele, wie eine vertiefte Allgemeinbildung, Wissenschaftspropädeutik und allgemeine Studierfähigkeit sind Ziele unseres Gymnasiums. Unsere Lernenden werden darauf vorbereitet, selbstbestimmt zu leben, sich selbst zu verwirklichen und in sozialer Verantwortung zu handeln. Im Bildungs- und Erziehungsprozess wollen wir den Erwerb intelligenten und anwendungsfähigen Wissens, die Entwicklung von Lernkompetenz, Methodenkompetenz und Sozialkompetenz und die Werteorientierung verknüpfen. Darunter verstehen wir die Entwicklung allseitig gebildeter, mündiger und kritischer Persönlichkeiten, die fähig und willens sind, selbstverantwortlich und sozialverantwortlich ihr eigenes Leben zu gestalten und die Gesellschaft mitverantwortlich zu entwickeln.
- MINT-Bildung ist ein wesentlicher Bestandteil unserer gymnasialen Bildung.
Wir verstehen mathematisch-naturwissenschaftlich-technische Bildung als unverzichtbaren Beitrag zur Entwicklung mündiger, urteilsfähiger und verantwortungsbewusster Persönlichkeiten. Am Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium verbinden wir fachliche Grundlagen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik mit Fragen nachhaltiger Entwicklung, digitaler Bildung und gesellschaftlicher Verantwortung. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen naturwissenschaftliche Phänomene untersuchen, mathematische Zusammenhänge erkennen, technische Entwicklungen verstehen und deren Bedeutung für Mensch, Umwelt und Gesellschaft kritisch einordnen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf unserem schulspezifischen Profilunterricht „Nachhaltige Entwicklung“ ab Klassenstufe 8. Ausgehend von den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen werden komplexe Themen und Problemstellungen aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven betrachtet. Dadurch werden fächerübergreifendes Denken, vernetztes Arbeiten und die Fähigkeit gefördert, tragfähige Lösungsansätze für gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen zu entwickeln.
Im kooperativen und projektorientierten Lernen stärken wir zugleich zentrale Kompetenzen des 21. Jahrhunderts: Zusammenarbeit im Team, kreative Problemlösung, kritische Reflexion eigener und fremder Perspektiven sowie adressatengerechte Kommunikation. Medienkompetenz und selbstständiges Lernen bilden dabei wesentliche Grundlagen, damit unsere Schülerinnen und Schüler Informationen sachgerecht erschließen, bewerten und verantwortungsvoll nutzen können.
- Wir schaffen Räume für Kreativität, Konstruktion und technische Gestaltung.
MINT-Bildung bedeutet für uns nicht nur das Verstehen vorhandener Zusammenhänge, sondern auch das eigenständige Entwickeln, Konstruieren, Erproben und Überarbeiten. Mit unserem Maker Space verfügen wir über einen besonderen Lernort, an dem Schülerinnen und Schüler technische Ideen praktisch umsetzen können. 3D-Drucker, Lasercutter, Werkzeuge, digitale Endgeräte sowie das MediaLab mit Möglichkeiten zur Audio- und Videoproduktion eröffnen vielfältige Zugänge zu kreativem, produktorientiertem und kooperativem Arbeiten. Der Maker Space ist seit dem Schuljahr 2025/26 fester Bestandteil des Schulalltags und wird insbesondere im Profilunterricht, im Fachunterricht sowie für individuelle Vorhaben, etwa im Rahmen der Komplexen Leistung, genutzt.
- Wir fördern forschendes, entdeckendes und projektorientiertes Lernen im MINT-Bereich.
Unsere Schülerinnen und Schüler erhalten vielfältige Gelegenheiten, eigene Fragen zu entwickeln, Hypothesen zu bilden, Experimente zu planen, Daten zu erfassen, auszuwerten und Ergebnisse nachvollziehbar darzustellen. Im Unterricht, im Profil „Nachhaltige Entwicklung“, in der „Night of Sciences“ sowie in Arbeitsgemeinschaften wie Robotik oder 3D-Druck und Programmieren stehen anschauliche Experimente, praktische Problemlösungen und kollaboratives Arbeiten im Mittelpunkt. Dabei geht es nicht allein um richtige Ergebnisse, sondern ebenso um den Weg dorthin: sorgfältiges Arbeiten, begründetes Argumentieren, der konstruktive Umgang mit Fehlern sowie die Bereitschaft, Ergebnisse zu überprüfen und weiterzuentwickeln. So fördern wir wissenschaftspropädeutisches Arbeiten bereits vor der Sekundarstufe II.
- Wir öffnen den MINT-Unterricht für außerschulische Lernorte und Kooperationen.
MINT-Bildung am Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium ist mit außerschulischen Lernorten, regionalen Partnern und beruflichen Perspektiven verbunden. Exkursionen, Praktika, Wettbewerbe, Projekte und Begegnungen mit Expertinnen und Experten ermöglichen Einblicke in aktuelle wissenschaftliche, technische und gesellschaftliche Fragestellungen. Dazu gehören unter anderem Angebote der Berufs- und Studienorientierung, Exkursionen zur TU Chemnitz und zur TU Bergakademie Freiberg sowie Kontakte zu Einrichtungen und Unternehmen der Region. Auf diese Weise verbinden wir MINT-Bildung mit Studienorientierung und beruflicher Praxis.
- Das Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium bietet ein breites Fächerangebot.
Wir pflegen ein breites Bildungsangebot im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich, sprachlichen, musisch-künstlerischen, gesellschaftswissenschaftlichen und sportlichen Bereich. So unterrichten wir zusätzlich zum sächsischen Lehrplan das Fach Lernen lernen, in dem unsere Schüler auf das selbstständige Lernen auf der einen Seite und auf das propädeutische Lernen auf der anderen Seite vorbereitet werden. Weiterhin schaffen wir viele Wahlmöglichkeiten für unsere Schüler, wie die naturwissenschaftliche Profilierung oder das Erlernen einer dritten Fremdsprache ab Klasse 8 und Soziale Diakonie und Bionik in der Sekundarstufe II.
- Wir schaffen zusätzliche Lernmöglichkeiten durch AGs, Kooperationen sowie externe Lernorte.
Die Schulgemeinschaft lebt und arbeitet in einem Ort, Bundesland, einem Staat, in Europa – in Nachbarschaft zu Museen, Universitäten, Theatern, Bibliotheken. Das ermöglicht unschätzbare pädagogische Anreize und Möglichkeiten für den Unterricht und darüber hinaus.
- Berufsberatung und Studienberatung spielen eine große Rolle für uns.
Die Orientierung auf dem Arbeitsmarkt beginnt bei uns schon früh. Die Schüler der jeweils neuen 8. Klassen erhalten einen Berufswahlpass, welcher im Laufe der Jahre mit berufs- und studienrelevanten Materialien gefüllt wird und am Ende der Jahrgangsstufe 12 eine Orientierung bei der Berufs- und Studienwahl ermöglicht.
Gern laden wir Vertreter von Hochschulen oder auch Unternehmen in unsere Schule ein oder lassen ehemalige Schüler, jetzige Studenten, vor den Schülern sprechen.
- Wir sind sozial engagiert.
Die Lehrenden sowie Schülerinnen und Schüler unseres Gymnasiums bekennen sich zu ihrer sozialen Verantwortung über den Rahmen der Schule hinaus. Initiativen wie „Wie helfen krebskranken Kindern“, der Wahlgrundkurs „Soziale Diakonie“ oder Spendenaktionen zugunsten der Opfer von Kriegen und Naturkatastrophen belegen dies. Wir nehmen an der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ teil.
